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Karteikarten

Wirtschaftsrecht

Vertragsrecht, Gewährleistung, Wirtschaftsrecht-Grundlagen

25 Karten

Karte 1

Wie definiert das §1 UGB ein Unternehmen?

Ein Unternehmen ist nach §1 (2) UGB "jede auf Dauer angelegte Organisation selbständiger wirtschaftlicher Tätigkeit, mag sie auch nicht auf Gewinn gerichtet sein". Die drei Merkmale: Dauer, Selbständigkeit/eigenes Risiko, wirtschaftliche Tätigkeit für Dritte.

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Was ist ein Einzelunternehmen?

Ein Einzelunternehmen wird von einer einzigen natürlichen Person geführt, die alle Entscheidungen trifft, das gesamte Risiko trägt und unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen haftet. Es bestehen keine Mindestkapitalvorgaben. Rund 85 % der Unternehmen in Österreich sind Einzelunternehmen.

Karte 3

Was ist eine Offene Gesellschaft (OG)?

Die OG ist eine Personengesellschaft mit mindestens zwei Gesellschaftern, die alle zur Geschäftsführung berechtigt und persönlich, unbeschränkt und solidarisch mit ihrem Privatvermögen haften. Es ist kein Mindestkapital erforderlich.

Karte 4

Was kennzeichnet eine Kommanditgesellschaft (KG)?

Die KG hat zwei Arten von Gesellschaftern: Komplementäre (mind. einer; haften unbeschränkt, führen die Geschäfte) und Kommanditisten (mind. einer; haften nur mit ihrer Einlage, arbeiten nicht aktiv mit, haben aber Kontrollrechte).

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Was ist die GmbH und wie hoch ist das Mindestkapital?

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Mindestens ein Gesellschafter, Mindeststammkapital € 10.000 (seit 1.1.2024; davor € 35.000). Gesellschafter haften nur mit ihrer Stammeinlage.

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Was ist eine AG?

Die Aktiengesellschaft ist eine Kapitalgesellschaft, deren Grundkapital in Aktien zerlegt ist. Mindestkapital: € 70.000. Aktionäre haften nur mit dem investierten Kapital. Geleitet wird sie vom Vorstand, kontrolliert vom Aufsichtsrat (bestellt durch Hauptversammlung der Aktionäre).

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Was ist das Firmenbuch?

Eine öffentliche, gerichtliche Unternehmensdatenbank, in der Unternehmen mit ihren wesentlichen Daten (Firma, Sitz, Gesellschafter, Geschäftsführer, Stammkapital) eingetragen sind. Es schafft Transparenz für Geschäftspartner und kann jederzeit eingesehen werden.

Karte 8

Was ist eine Aktie?

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil am Grundkapital einer AG verbrieft (Anteilsrecht). Der Aktionär wird Miteigentümer der AG, hat Mitspracherecht in der Hauptversammlung und Anspruch auf Dividende. Der Preis ("Kurs") bildet sich durch Angebot und Nachfrage.

Karte 9

Was sind Personengesellschaften und was haben sie gemeinsam?

Personengesellschaften (OG, KG) basieren auf der persönlichen Mitarbeit und Haftung ihrer Gesellschafter. Mindestens ein Gesellschafter haftet unbeschränkt mit dem Privatvermögen. Es bestehen keine gesetzlichen Mindestkapitalvorgaben.

Karte 10

Was sind Kapitalgesellschaften und worin liegt ihr Hauptvorteil?

Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, FlexKapG) sind juristische Personen mit eigener Rechtspersönlichkeit. Hauptvorteil: Haftungsbeschränkung – Gesellschafter haften nur mit ihrer Einlage. Kapitalaufbringung und Geschäftsführung können getrennt sein, was höhere Kapitalsummen ermöglicht.

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Was unterscheidet eine juristische Person von einer natürlichen Person?

Eine natürliche Person ist ein Mensch. Eine juristische Person ist eine vom Gesetz geschaffene rechtliche Einheit (z.B. GmbH, AG, Verein). Sie kann selbst Verträge abschließen, klagen und geklagt werden, benötigt aber natürliche Personen, die für sie handeln (Geschäftsführer, Vorstand).

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Was ist die Flexible Kapitalgesellschaft (FlexKapG)?

Eine 2024 eingeführte, an die GmbH angelehnte Rechtsform. Mindestkapital ebenfalls € 10.000, jedoch genügt eine Stammeinlage von € 1. Besonderheit: Unternehmenswert-Anteile ermöglichen einfache Mitarbeiterbeteiligung – diese erhalten Gewinnanteile, aber kein Stimmrecht.

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Was ist die Societas Europaea (SE)?

Die Europäische Aktiengesellschaft – eine AG-Variante mit europaweit einheitlichem Rechtsrahmen, ideal für Konzerne mit Niederlassungen in mehreren EU/EWR-Staaten. Mindestkapital: € 120.000. Beispiel: Strabag SE.

Karte 14

Was kennzeichnet eine Genossenschaft?

Ein Zusammenschluss von mindestens zwei Personen zur gemeinsamen Förderung des Erwerbs/der Wirtschaft ihrer Mitglieder (nicht Gewinnerzielung im Vordergrund). Kein Mindestkapital. Bei Abstimmungen gilt typischerweise das Kopfstimmrecht – jede Person eine Stimme, unabhängig vom Anteil.

Karte 15

Welche Unternehmen müssen ins Firmenbuch eingetragen werden?

Pflicht: alle Personen- und Kapitalgesellschaften (OG, KG, GmbH, AG, SE) sowie Genossenschaften. Einzelunternehmen erst ab € 700.000 Umsatz in zwei aufeinanderfolgenden Jahren oder einmalig € 1 Mio.. Kleine Einzelunternehmen können sich freiwillig eintragen lassen.

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Wer trägt die Geschäftsführung in einer AG?

Der Vorstand leitet die AG eigenverantwortlich und vertritt sie nach außen. Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat bestellt und können auch von ihm abberufen werden. Der Aufsichtsrat selbst wird von der Hauptversammlung der Aktionäre gewählt.

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Was sind Anleihen rechtlich gesehen?

Anleihen (Schuldverschreibungen, Bonds) sind Wertpapiere mit Forderungsrecht: Der Käufer leiht dem Emittenten (Unternehmen oder Staat) Geld zu vereinbarten Konditionen (Verzinsung, Laufzeit). Am Ende der Laufzeit wird das Nominale zurückgezahlt (Tilgung).

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Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Aktien und Anleihen?

Aktien: Beteiligung am Eigenkapital, Aktionär ist Miteigentümer, hat Stimmrecht und unbefristeten Kapitaleinsatz, Ertrag = Dividende + Kursgewinn. Anleihen: Forderungsrecht (Fremdkapital), Gläubiger erhält fixe/variable Zinsen und Rückzahlung am Ende der Laufzeit, kein Stimmrecht.

Karte 19

Was bedeutet Kapitalerhöhung bei einer AG?

Eine AG erhöht ihr Grundkapital durch Ausgabe neuer ("junger") Aktien. Bestehende Aktionäre haben ein Bezugsrecht, um ihren prozentuellen Anteil zu wahren. Sie können das Bezugsrecht ausüben, verkaufen oder verfallen lassen – im letzten Fall werden neue Aktionäre aufgenommen.

Karte 20

Vergleiche die Haftung von OG-Gesellschafter, Kommanditist und GmbH-Gesellschafter.

  • OG-Gesellschafter: persönlich, unbeschränkt, solidarisch (auch Privatvermögen)
  • Kommanditist (KG): nur mit der Höhe seiner Einlage
  • GmbH-Gesellschafter: nur mit der Stammeinlage, kein Privatvermögen

Damit reicht die Haftung von vollständig persönlich (OG) bis stark beschränkt (GmbH/AG).

Karte 21

Welche Rechtsform ist für ein kapitalintensives Großprojekt mit vielen Anteilseignern typisch und warum?

Die Aktiengesellschaft (AG). Sie kann durch Aktienemission große Kapitalsummen von vielen Investoren aufnehmen (Aktien sind handelbar an der Börse), Eigentum und Geschäftsführung sind getrennt, und Aktionäre haften nur mit ihrem Einsatz. Beispiele: voestalpine, OMV, Andritz.

Karte 22

Warum ist die Wahl der Rechtsform für die Finanzierung eines Unternehmens so wichtig?

Die Rechtsform bestimmt, wie und in welchem Ausmaß Eigenkapital aufgebracht werden kann: Personengesellschaften sind durch wenige Gesellschafter begrenzt und oft auf Bankkredite angewiesen. Kapitalgesellschaften, insbesondere AGs, können durch viele Anteilseigner und Kapitalmarktzugang deutlich höhere Eigenkapitalsummen mobilisieren.

Karte 23

Was ist das Kopfstimmrecht in einer Genossenschaft, und was ist der politische Hintergrund?

Bei Abstimmungen hat jedes Mitglied genau eine Stimme, unabhängig vom Anteil am Kapital. Hintergrund: Genossenschaften sollen die Mitglieder gleichberechtigt fördern, nicht Kapitalinteressen bevorzugen. Die Satzung kann jedoch abweichende Regelungen vorsehen.

Karte 24

Wodurch unterscheidet sich die GmbH von der FlexKapG in der Mitarbeiterbeteiligung?

Die GmbH erfordert Stammeinlagen ab € 70 pro Gesellschafter mit vollem Stimmrecht. Die FlexKapG ermöglicht Unternehmenswert-Anteile ab € 1 als Sonderform des Stammkapitals – Beteiligte erhalten Gewinnanteile, aber kein Stimmrecht. Das vereinfacht Mitarbeiterbeteiligungen und ist startup-freundlich.

Karte 25

Welche zentralen Informationen enthält ein Firmenbucheintrag?

Die Firma (rechtlicher Name), Sitz, Unternehmensgegenstand, Namen der Gesellschafter (außer Aktionären einer AG), Höhe der Kapitaleinlagen (bei Kommanditisten und GmbH-Gesellschaftern) sowie die Vertretungsbefugnis (wer darf Geschäfte führen?). Der Eintrag schafft Rechtssicherheit für Geschäftspartner.

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